Liebes Tagebuch,

Der liebe Gott muss zurzeit eine schlechte Sicht auf die Welt haben. Überall haben die Menschen Schutzschirme aufgespannt, um Banken und Unternehmen von der weltweiten Geldnot abzuschirmen.
Und es wird noch weiter gespannt: Nun soll auch der Schutzschirm für den Menschen in die politische Produktion gehen. (Die Bundesregierung sei bereit, bis zu 480 Mrd. Euro für marode Banken zu zahlen und damit die Renditen zumeist vermögender Anleger zu sichern. Einen wirksamen Schutzschirm für Menschen habe sie dagegen nicht gespannt, so die Argumentation der LINKEN Antragssteller.)
Während mein bildreiches Hirn bei dem Banken-Unternehmens-Schirm einen farbenfrohen Regenbogen assoziiert, hat der menschliche doch sehr viel mentale Ähnlichkeit mit dem guten alten Regenschirm. Und auch das noch: Er ist knalle orange, und ein Merchandising von ratiopharm: Gute Preise – gute Besserung.

Nun haben ja (Regen-)schirme allen voran den Zweck, den sich darunter Befindlichen vor äußeren, als unangenehm empfundenen (Witterungs-)Einflüssen abzuschirmen. Was aber, wenn das zu Schützende gar nicht so schützenswert ist? Oder mal Gutes von oben oder außen kommt, aber nicht nach unten kann, da es an der Schirmschutzschicht abprallt. Und die Sicht der Schützlinge ist auch irgendwie versperrt. Dann wird aus dem Schutz ganz schnell Unnutz, und die protegierten Banken, Unternehmen und Menschen an der Weitsicht gehindert. Darüber sollte man bei Gelegenheit mal nachdenken. Vielleicht wenn man ohne Regenschirm im Regen steht und gerade nichts Besseres zutun hat als nass zu werden.

17. Juni 2009




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