Neulich schrammte ich mit meinem Rad gegen ein Rad, das an einem Poller lehnte. Das fremde Rad fiel um. Ich stieg ab, um es wieder an den Poller zu lehnen. Dabei fiel mein Rad um und das Fahrradkörbchen landete auf dem Boden. Später fiel mir auf, dass ich hierbei wohl mein Fahrradschloss verloren haben musste, und ich fragte mich: Wozu braucht man eigentlich Poller? Was können Poller toller als blaue Schienbeinflecken machen, Weichteile rammen, überhüpft oder bepullert zu werden?

Wikipedia sagt: Poller werden eingebaut, um das Befahren oder Beparken von Bereichen wie Gehwegen, Radwegen oder Fußgängerzonen zu verhindern. Eine besondere Form von Pollern sind die so genannten Betonschweine, die auf Grund ihrer Form entfernt an ein Schwein erinnern. Im westfälischen Raum werden diese Poller auch als Pömpel oder in einigen Regionen auch als Stöpsel bezeichnet.

Aber längst nicht alle Poller stehen so statisch in der Gegend rum wie die Betonschweine: Um eine temporäre Durchfahrt zum Beispiel für Feuerwehreinsätze zu ermöglichen, kommen Klapp- oder Steckpoller zum Einsatz, die sich mit einem Spezialschlüssel bedienen lassen und dann das tun, was ihr Name vermuten lässt. Oder die Hightech-Poller: Sie erhalten z.B. von einem Bus per Funk ein Signal, woraufhin sie automatisch im Boden verschwinden und den Weg für den Bus frei machen. Stark im Kommen sind auch die Hutpoller, eine Variation der guten alten Bank und zum Ausruhen gedacht für Menschen mit Gehbeschwerden.

Der Poller meint es also prinzipiell gut mit uns. Was aber, wenn ein Funkfehler den Poller fehlleitet und noch während der Überfahrt dem Bus ins Unterteil rammt? Oder es zur Pollerverwechselung kommt: In der Annahme, auf einem Hut- oder Schweinepoller zu pausieren, sitzt man in Wirklichkeit auf einem Klapppoller, der einen dann nach hinten klappt oder in den Boden rammt.

Die Nebenwirkungen der Poller sind unseren Nachbarn schon längst bekannt. In Amsterdam läuft seit über zehn Jahren ein Entpollerungsprogramm. Seit 2000 werden jährlich etwa 2.000 Poller, so genannte Amsterdammertjes, entfernt.

Hierzulande widmet sich die Pollerforschung und das gleichnamige Buch dem Leit- und Leidwesen der „Straßenbegrenzungs-Pfähle“. Auf 220 Seiten wird u.a. die Frage gestellt, ob der Poller Feind oder Freund des Menschen sei. Eine knappere Antwort fand jüngst ein Landschaftsarchitekt: Poller sind fast immer ein Zeichen für planerisches Versagen.




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