Man sollte gar nicht erst über Mode schreiben, denn: Sobald man seinen Punkt hinter den letzten Satz gesetzt hat, ist das Thema ja schon wieder out! Und vor allem sollte man nicht über Jute-Beutel schreiben – einfach mal deshalb, weil es keine juten Beutel sind. Oder vielleicht gerade deshalb? Also kurz: Jutebeutel baumeln schlaff an der Schulter – so schlaff, dass auch ihr Träger, bevorzugt ein Szenemensch der Großstadt, einen phänomenal schlaffen Eindruck hinterlässt.
Der Kick liegt im gleichberechtigten Understatement: Die Jute ist die Clutch des kleinen Mannes, Öko-Schick, One-Size für Mann und Frau. Innen drinnen klirren die Bierflaschen aneinander, kratzen am Handydisplay und zerquetschen die reife Banane to go. Jutebeutel haben nämlichen neben dem Nachteil, dass sie keinen Vorteil haben, auch noch den Nachteil, dass sie keine kleine Innentasche haben (Labello-Fach).

Für den richtigen Ich-mach-einen-auf-Assi-Billo-Look muss die richtig jute Jute mindestens aus dem vergangenen Jahrtausend stammen und ausgewaschen sein – man darf den Schriftzug gerade noch erahnen. Aber gerade darauf kommt es ja an: Deutscher Bundestag, der grüne Punkt, Supermarkt Bolle anno 1987, T-DSL in pink, „Ich bin eine Jute“, „The whitest Beutel alive“, Always Coca Cola, „I love St. Pauli“, „My other bag is Gucci“.
Zum Glück ist das bald wieder vorbei. Punkt.




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