Berlin Steglitz, gegen Mittag, an einem Imbiss nahe dem Bierpinsel: Berliner B kommt mit seinem Bier an das Imbisstischchen, wo Berliner A lehnt und mit seinem blauen Plastikgäbelchen misslaunig in die Pommes sticht.

Berliner B: Mahlzeit!

Berliner A schweigt und zieht aggressiv an seiner Zigarette.

Berliner B: Wat machst‘ n so‘n Jesicht, scheiß Laune oder wat?

Berliner A: Ach, hör uff.

Berliner B: Wat‘n!?

Berliner A: War jestern uffn Polenmarkt jewesen, Kippen koofen.

Berliner B: Na is doch jut, haste heut ‚n paar Euro mehr inne Tasche – fürn drittet Bierchen für mich. (Lacht sein Raucherhustenlachen)

Berliner A: Na denkste – nüscht hab ick mehr inna Tasche, quasi Hartz II bin ick!

Berliner B: Wat isn passiert?

Berliner A: Na allet lief jut mit die Zichten bis ick zurück bei d‘ Karre kam: Bin ick beim Ausparken so anne Stoßstange von dem hinta mir jerammt. Wollt ick mir jerade vapissen, da kommt der Vogel umme Ecke, sieht die kleene Detsche und macht‘n riesen Uffstand mit allem Pipapo, Versicherung und die janze Schose.

Berliner B: N‘ Pole? Den vastehste doch jar nich.

Berliner A: Nee, Berliner.

Berliner B: Scheibenkleister – und denn?

Berliner A: Na dit hatten wa dann irgendwann jeklärt, da schmiert mir kurz vor d‘ Grenze die Karre ab – bleibt einfach liegen, hat sich nich mehr jerührt. Man, da hab ick nen Film jeschoben, sach ick dir. Musst‘ ick den Abschleppa kommen lassen. Und dann ham die Nappels vom Zoll och noch jemeint, dass ick ‚n paar Kippen zuviel uff Täsch hätt. Ick war kurz vorm burn out, vastehste!

Berliner B: Vasteh ick, dit hört sich nich so an, als hätteste jespart mit die Tour.

Berliner A: Na pleite bin ick!

Berliner B: Und jetzte?

Berliner A: Na morgen wollt ick nochma rüber, wenigstens billijer tanken!

Der Berliner Zigaretten- und Tanktourist B wurde mit 15 Kanistern Benzin an der deutsch-polnischen Grenze festgehalten, ihm droht nun ein hohes Bußgeld.




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